Warum läuft Gold an, obwohl Gold als besonders beständiges Edelmetall gilt?
Reines Gold ist ein äußerst beständiges Edelmetall. In seiner reinen Form mit einem Feingehalt von 24 Karat ist es jedoch zu weich für Schmuck, der im Alltag getragen wird. Deshalb wird Gold in der Schmuckherstellung mit anderen Metallen legiert. Diese sorgen für die notwendige Festigkeit und Härte und bestimmen zugleich den Farbton des Schmucks.
So besteht beispielsweise 14-karätiges Gold mit einem Feingehalt von 585/1000 aus 58,5 % Gold, während die übrigen 41,5 % aus anderen Metallen bestehen. Für Gelbgold werden häufig Silber und Kupfer verwendet. Roségold erhält seinen warmen Farbton durch einen höheren Kupferanteil. Bei Weißgold kommen dagegen Metalle zum Einsatz, die den natürlichen Gelbton des Goldes aufhellen.
Genau diese Legierungsmetalle können mit Stoffen aus der Umgebung reagieren. Was umgangssprachlich oft als „Oxidation von Gold“ bezeichnet wird, ist daher meist eine Reaktion der anderen Metalle in der Goldlegierung. Die Folge können dunkle Flecken, ein matter werdender Glanz oder auch schwarze, graue, rötliche oder grünliche Verfärbungen der Oberfläche sein.
Angelaufenes oder verfärbtes Gold ist daher nicht automatisch ein Hinweis auf minderwertigen oder gefälschten Schmuck. Farbveränderungen können auch bei hochwertigen Goldlegierungen auftreten.
Was sind die häufigsten Ursachen dafür, dass Gold schwarz anläuft?
Schmuck kommt im Alltag mit überraschend vielen Substanzen in Berührung. Einige davon können mit den Metallen in der Goldlegierung reagieren und das Aussehen der Oberfläche mit der Zeit verändern.
Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Schweiß und Hauttalg,
- Parfüms, Cremes, Make-up, Bodylotions und Haarsprays,
- Seifen, Desinfektions- und Reinigungsmittel,
- chlorhaltiges Wasser in Schwimmbädern,
- Meerwasser,
- Saunabesuche und hohe Luftfeuchtigkeit,
- Chemikalien, mit denen man bei der Arbeit oder im Haushalt in Kontakt kommt,
- eine ungeeignete Aufbewahrung von Schmuck.
So kann beispielsweise das in Goldlegierungen enthaltene Silber mit Schwefelverbindungen und anderen Stoffen reagieren. Auch Kupfer ist vergleichsweise reaktionsfreudig und kann zu Farbveränderungen der Legierung beitragen.
Deshalb tritt das Anlaufen von Gold nicht unbedingt kurz nach dem Kauf auf. Ein Schmuckstück kann lange Zeit makellos aussehen, und Verfärbungen werden oft erst sichtbar, wenn sich die Bedingungen ändern, denen es ausgesetzt ist.
Schwarzes Gold und Gesundheit: Können Verfärbungen auf eine Krankheit hindeuten?
Die Suchanfrage „Gold läuft schwarz an Krankheit“ ist weit verbreitet. Im Internet findet man sogar die Behauptung, dass verfärbter Goldschmuck auf gesundheitliche Probleme hinweisen könne. So einfach ist der Zusammenhang jedoch nicht.
Manche Quellen bringen Veränderungen des Goldschmucks mit Fieber, Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten in Verbindung. Der Hintergrund: Solche Faktoren können die Zusammensetzung des Schweißes und die Bedingungen auf der Hautoberfläche beeinflussen. Verfärbungen von Gold eignen sich jedoch nicht als zuverlässiger Hinweis auf den Gesundheitszustand und erst recht nicht zur Diagnose von Krankheiten.
Eine deutlich naheliegendere Erklärung ist, dass sich die Zusammensetzung von Schweiß und Hauttalg von Mensch zu Mensch unterscheidet und sich im Laufe des Lebens verändern kann. Deshalb kann ein Schmuckstück, das bei einer Person über viele Jahre unverändert bleibt, bei einer anderen Person anders reagieren. Auch Fachleute aus der Schmuckbranche weisen darauf hin, dass die individuelle Reaktion der Haut sowie der Kontakt mit den Metallen der Legierung das Anlaufen und Verfärben von Schmuck beeinflussen können.
Treten zusätzlich Juckreiz, Brennen, Rötungen, Schwellungen oder andere Hautreaktionen auf, sollten Sie den Schmuck vorerst nicht weiter tragen. Anhaltende gesundheitliche Beschwerden gehören in die Hände eines Arztes und nicht ins Schmuckkästchen.
Warum hinterlässt Goldschmuck dunkle Spuren auf der Haut?
Anders verhält es sich, wenn nicht der Schmuck selbst deutlich seine Farbe verändert, sondern dunkle, graue oder sogar grünliche Verfärbungen auf der Haut entstehen.
Auch in diesem Fall bedeutet das nicht automatisch, dass das Schmuckstück nicht aus Gold besteht.
Solche Verfärbungen können entstehen, wenn Schweiß, Hauttalg oder Kosmetika mit einem der Metalle in der Goldlegierung reagieren. Besonders häufig tritt dieses Phänomen bei Ringen auf, da sich unter ihnen Feuchtigkeit sowie Rückstände von Seife oder Creme sammeln können und die Haut weniger Luftkontakt hat.
Bei empfindlicheren Personen kann außerdem eine Reaktion auf bestimmte Legierungsmetalle auftreten. Eine allergische Reaktion äußert sich jedoch meist nicht nur durch eine Verfärbung der Haut, sondern wird häufig von Rötungen, Juckreiz oder Hautreizungen begleitet.
Wenn die Haut unter dem Ring dunkel wird
Wenn die dunklen Verfärbungen vor allem unter einem Ring auftreten, sollten Sie das Schmuckstück für einige Tage ablegen und anschließend vorsichtig reinigen. Beobachten Sie danach, ob die Verfärbungen beim erneuten Tragen wieder auftreten.
Hilfreich ist es außerdem, den Ring vor dem Händewaschen, Putzen oder Eincremen abzunehmen. Unter dem Schmuck sollten sich möglichst keine Rückstände von Kosmetika, Seife oder Feuchtigkeit ansammeln, da diese die Entstehung von Verfärbungen begünstigen können.
Gelbgold, Weißgold und Roségold reagieren unterschiedlich
Der Farbton von Gold ist nicht nur eine Frage der Optik. Gelbgold, Weißgold und Roségold unterscheiden sich in ihrer Legierungszusammensetzung und können daher im Alltag unterschiedlich auf äußere Einflüsse reagieren.
Gelbgold und warum es anlaufen kann
Gelbgold kommt der natürlichen Farbe von reinem Gold am nächsten. In Schmucklegierungen wird Gold meist mit Silber und Kupfer kombiniert. Genau diese Metalle können mit Stoffen aus der Umgebung reagieren und dadurch Veränderungen an der Oberfläche verursachen.
Wenn auf Gelbgold dunklere Flecken erscheinen, liegt die Ursache daher nicht zwangsläufig im Gold selbst. Häufig handelt es sich um eine oberflächliche Reaktion der Legierung oder um Rückstände von Schmutz, Kosmetika und Hauttalg, die sich auf dem Schmuck ablagern.
Weißgold kann mit der Zeit einen gelben Farbton annehmen
Bei Weißgold ist es wichtig, zwischen Veränderungen der Legierung selbst und der Abnutzung der Oberflächenveredelung zu unterscheiden.
Weißgold besitzt von Natur aus nicht immer einen strahlend weißen Farbton. Seine natürliche Farbe kann leicht gräulich oder gelblich wirken. Deshalb werden Schmuckstücke aus Weißgold häufig mit einer Rhodiumbeschichtung versehen. Diese verleiht ihnen ein helles, brillant weißes Finish und bildet zugleich eine Schutzschicht zwischen der Haut und den Metallen der Legierung.
Die Rhodiumschicht ist jedoch nicht dauerhaft verschleißfrei. Durch regelmäßiges Tragen nutzt sie sich mit der Zeit ab, insbesondere bei Ringen. Sobald die darunterliegende Legierung sichtbar wird, kann der Eindruck entstehen, das Weißgold sei „gelb geworden“. Dabei handelt es sich in der Regel weder um eine Oxidation noch um einen Materialfehler, sondern schlicht um eine normale Abnutzung der Oberflächenbeschichtung.
Abhilfe schafft eine professionelle Reinigung und Politur. Je nach Zustand des Schmuckstücks kann zudem eine erneute Rhodinierung sinnvoll sein, um den ursprünglichen Glanz und die helle Farbe wiederherzustellen.
Roségold und sein höherer Kupferanteil
Für den romantischen roséfarbenen bis leicht rötlichen Farbton von Roségold ist vor allem der höhere Kupferanteil in der Legierung verantwortlich.
Da Kupfer reaktionsfreudiger ist als Gold selbst, kann Roségold unter bestimmten Bedingungen anfälliger für oberflächliche Farbveränderungen sein. Je nach Zusammensetzung der Legierung und den Tragegewohnheiten kann sich der Farbton eines Schmuckstücks im Laufe der Zeit leicht verändern.
Auch bei Roségold sollten aggressive Hausmittel vermieden werden. Wenn sich das Aussehen des Schmuckstücks deutlich verändert, ist eine fachkundige Begutachtung und professionelle Reinigung die sicherste Lösung.
Vergoldeter Schmuck: Wenn die Goldschicht betroffen ist
Bei vergoldetem Schmuck liegt die Situation etwas anders. Hier besteht das Schmuckstück aus einem Grundmetall, das mit einer dünnen Schicht Gold überzogen ist. Verändert sich das Aussehen des Schmucks, muss die Ursache daher nicht unbedingt in der Goldschicht selbst liegen.
Mit der Zeit kann sich die Vergoldung durch regelmäßiges Tragen abnutzen. Besonders betroffen sind Stellen, die häufig mit der Haut, Kleidung oder anderen Oberflächen in Kontakt kommen. Wird die Goldschicht dünner, kann das darunterliegende Metall sichtbar werden. Dadurch kann der Schmuck dunkler wirken, seinen ursprünglichen Farbton verlieren oder stellenweise verfärbt erscheinen.
Auch Schweiß, Kosmetika, Reinigungsmittel und Feuchtigkeit können die Lebensdauer der Vergoldung beeinflussen. Je dünner die Goldschicht ist und je intensiver das Schmuckstück getragen wird, desto schneller können Gebrauchsspuren sichtbar werden.
Bei vergoldetem Schmuck sollte besonders schonend vorgegangen werden. Abrasive Poliermittel und zu intensive Reinigungsmethoden können dazu führen, dass sich die dünne Goldschicht schneller abnutzt und der Schmuck seinen ursprünglichen Glanz verliert.
Wie lässt sich angelaufenes Gold sicher zu Hause reinigen?
Wenn Sie angelaufenes oder verfärbtes Gold reinigen möchten, sollten Sie immer mit der schonendsten Methode beginnen. Bei gewöhnlichem Goldschmuck ohne empfindliche Edelsteine reichen oft schon wenige einfache Schritte aus:
- Füllen Sie eine Schale mit lauwarmem Wasser und geben Sie einige Tropfen mildes Spülmittel hinzu.
- Reinigen Sie das Schmuckstück vorsichtig für kurze Zeit.
- Spülen Sie es anschließend mit klarem Wasser ab.
- Trocknen Sie den Schmuck sorgfältig mit einem weichen, fusselfreien Tuch.
- Polieren Sie die Oberfläche zum Schluss sanft nach.
Ein weiches Tuch und eine milde Seifenlösung gelten in vielen Empfehlungen von Schmuckexperten als bewährte Erste-Hilfe-Maßnahme bei leichten Verfärbungen.
Vorsicht ist jedoch bei Schmuck mit Perlen, Smaragden, Opalen und anderen empfindlichen Edelsteinen geboten. Gleiches gilt für Schmuckstücke mit geklebten Elementen oder speziellen Oberflächenveredelungen. Eine universelle Reinigungsmethode für alle Schmuckarten gibt es nicht. Ungeeignete Reinigungsmittel können Edelsteine, Fassungen oder die Oberfläche des Schmucks beschädigen.
Welche Hausmittel sind für die Reinigung von Goldschmuck nicht geeignet?
Im Internet finden sich unzählige vermeintliche Geheimtipps zur Reinigung von Goldschmuck. Bei wertvollen Schmuckstücken ist jedoch Vorsicht geboten, denn nicht jede Methode ist tatsächlich schonend.
Verzichten Sie möglichst auf:
- Zahnpasta und andere abrasive Reinigungsmittel,
- harte Bürsten oder raue Schwämme,
- aggressive chemische Reiniger, deren Eignung für Schmuck nicht eindeutig nachgewiesen ist,
- Säuren und experimentelle Hausmittel,
- intensives Polieren von vergoldetem Schmuck.
Abrasive Produkte können feine Kratzer auf der Oberfläche verursachen. Chemische Reinigungsmittel wiederum können Oberflächenveredelungen oder bestimmte Edelsteine beschädigen.
Führt eine schonende Reinigung zu Hause nicht zum gewünschten Ergebnis, empfiehlt es sich, den Schmuck einem Juwelier anzuvertrauen. Durch eine professionelle Reinigung und Politur lassen sich oberflächliche Verfärbungen häufig entfernen und das ursprüngliche Erscheinungsbild des Schmuckstücks je nach Material und Verarbeitung wiederherstellen.
Wie lässt sich das Anlaufen von Gold vorbeugen?
Natürlich lässt sich Schmuck nicht vollständig vor äußeren Einflüssen schützen. Mit einigen einfachen Gewohnheiten können Sie jedoch dazu beitragen, dass Goldschmuck länger schön bleibt und seinen Glanz bewahrt.
Legen Sie Ihren Schmuck vor folgenden Aktivitäten am besten ab:
- dem Schwimmen im Pool oder im Meer,
- dem Saunabesuch,
- sportlichen Aktivitäten,
- dem Putzen und dem Umgang mit Chemikalien,
- dem Duschen oder Baden,
- dem Auftragen von Parfüm, Haarspray oder Kosmetikprodukten.
Parfüm und Kosmetik sollten idealerweise vor dem Anlegen des Schmucks aufgetragen werden. Lassen Sie die Produkte zunächst vollständig trocknen oder einziehen. Häufig getragene Schmuckstücke können Sie nach dem Ablegen mit einem weichen Tuch vorsichtig abwischen, um Schweiß, Hauttalg und Kosmetikrückstände zu entfernen.
Wichtig ist außerdem die richtige Aufbewahrung. Bewahren Sie Ihren Schmuck an einem trockenen Ort und möglichst getrennt voneinander in einer Schmuckschatulle auf. So vermeiden Sie Kratzer durch Reibung und schützen die Schmuckstücke vor Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen, die Verfärbungen begünstigen können.
FAQ
Bedeutet angelaufenes Gold, dass der Schmuck nicht echt ist?
Nein. Verfärbungen oder dunkle Stellen können auch bei echtem Goldschmuck entstehen, da die Metalle in der Goldlegierung mit ihrer Umgebung reagieren können.
Kann Gold aufgrund einer Krankheit schwarz anlaufen?
Nicht direkt. Veränderungen von Schweiß und Haut können Verfärbungen beeinflussen, angelaufenes Gold gilt jedoch nicht als verlässliches Anzeichen für eine Krankheit.
Warum färbt Gold auf den Finger ab?
Die Ursache ist meist das Zusammenspiel von Schweiß, Kosmetika und den Metallen in der Goldlegierung. Unter einem Ring können sich zudem Feuchtigkeit sowie Rückstände von Creme oder Seife sammeln. Treten zusätzlich Juckreiz, Brennen oder Rötungen auf, sollten Sie den Schmuck vorerst ablegen und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen.
Oxidiert auch Gold 585?
Ja. Auch bei 14-karätigem Gold (585/1000) können Verfärbungen auftreten, da die Legierung neben Gold weitere Metalle enthält. Solche Farbveränderungen sind jedoch nicht automatisch ein Zeichen für eine minderwertige Qualität des Schmuckstücks.
Warum wird Weißgold gelb?
Häufig handelt es sich dabei nicht um eine klassische Oxidation. Weißgold wird oft mit einer Rhodiumschicht veredelt, die ihm seinen strahlend weißen Glanz verleiht. Nutzt sich diese Beschichtung mit der Zeit ab, wird die natürliche, leicht gelbliche oder gräuliche Farbe der Weißgoldlegierung wieder sichtbar.
Lässt sich angelaufenes Gold wieder reinigen?
In den meisten Fällen ja. Verfärbungen betreffen häufig nur die Oberfläche und lassen sich durch eine schonende Reinigung oder eine professionelle Politur deutlich verbessern. Bei Weißgold kann je nach Zustand eine neue Rhodinierung erforderlich sein, bei vergoldetem Schmuck eine Erneuerung der Vergoldung.






































































